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Stadt Pirmasens 12.07.2018

Silberlinden bringen Grün zurück

Stadt lässt 33 Bäume setzen – Theisinger & Probst-Versicherung trägt die Kosten

Die Winzler Straße wird wieder eine Allee: im Herbst will die Stadt insgesamt 33 Bäume setzen lassen. Größtenteils Silberlinden. Dort, wo weniger Platz ist, schlank wachsende Spitzahornbäume. Beim Ausbau muss umgeplant werden, da jetzt zusätzlich Pflanzlöcher in einem Abstand von neun bis zehn Metern vorgesehen sind. Bisher hatte sich der Ausbau am Bestand der 22 Platanen, die wegen fehlender Standsicherheit vor vier Wochen gefällt wurden, orientiert.

Trotzdem kommen nach Angaben von Baudezernent Michael Schieler auf die Stadt keine Mehrkosten zu. Es bleibe bei den 1,84 Millionen Euro. Die Kosten für die neuen Bäume und die zusätzlichen Arbeiten übernimmt laut Manfred Hoffmann von Theisinger & Probst die Betriebshaftpflichtversicherung. Beim Ausbau seien Standwurzeln gekappt worden, allerdings nicht von einem einzelnen Mitarbeiter. Die Wurzeln der Platanen seien teilweise stark mit dem Asphalt verwachsen gewesen und deshalb vom Bagger abgerissen worden. Er habe mit der Baukolonne gesprochen. Theisinger & Probst trage eine Teilschuld, räumte Hoffmann ein.
Einzelnen Mitarbeitern sei aber kein Vorwurf zu machen. Deshalb werde es auch keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen geben, versicherte er auf Nachfrage. Damit es schnell weiter gehe, akzeptiere Theisinger & Probst das Gutachten, dass die Bäume aufgrund der Beschädigungen nicht mehr standsicher waren und deshalb gefällt werden mussten. Ein Rechtsstreit mit der Stadt wäre sehr langwierig geworden. Nicht erklären konnte sich Hoffmann, warum es jetzt Probleme gab, obwohl im ersten Bauabschnitt mit mehr Bäumen alles rund gelaufen ist.
Die vergangenen 14 Tage wurden laut Schieler für Gespräche genutzt, die nach Angaben des Baudezernenten konstruktiv waren. Hoffmann sagte, die Versicherung habe sich aufgrund der guten Kontakte bereit erklärt, den Schaden und die Mehrkosten zu übernehmen. Zahlen wollte er nicht nennen, weil Stillschweigen vereinbart worden sei. Durch den Schaden werde die Versicherung allerdings teurer. Schieler betonte, die Stadt habe mit Theisinger & Probst in der Vergangenheit gut zusammengearbeitet. Bei kritischen Projekten werde in Zukunft aber noch intensiver miteinander kommunziert, damit sich so ein Schaden nicht wiederhole.
Die Stümpfe der 22 gefällten Platanen werden ab heute herausgefräst. Nach den zweiwöchigen Bauferien nimmt Theisinger & Probst die Arbeiten am Montag wieder auf. Bald soll auch mit dem Bau des Patio-Platzes, der 315 000 Euro kostet, begonnen werden. Um diesen Platz werden sechs Platanen gepflanzt.
Chefgärtner André Jankwitz hat sich für Silberlinden entschieden, weil dieser Baum nicht ganz so groß wie Platanen wird. Damit die Linden schnell wachsen, haben die Pflanzlöcher ein Volumen von acht Kubikmetern. Die neuen Bäume mit einem Stammumfang von 30 Zentimetern sind etwa zwölf Jahre alt und sechs Meter hoch. Angaben zu den Kosten wollte Jankwitz nicht machen. Die Pflanzung werde öffentlich ausgeschrieben. Der Zeitplan soll trotz der zusätzlichen Arbeiten weitgehend eingehalten werden. Michael Schieler und Manfred Hoffmann gehen davon aus, dass die neue Allee spätestens Ende November fertig ist.
Im Raum steht eine Schadensersatzforderung der Bauhilfe von bis zu 100 000 Euro, den das Unternehmen derzeit prüft. Wegen der Platanen musste der 2. Wohnblock von der Straße nach hinten gerückt werden. Zum Wurzelschutz war ein erhöhter Aufwand erforderlich. Ralph Stegner sagte auf Nachfrage, als Geschäftsführer sei es seine Pflicht, dies zu prüfen. Die Erfolgsaussichten seien allerdings gering. So sah es auch Michael Schieler. (pio)